Rückeroberung des Lebens

Rückeroberung des Lebens

Soviel Traurigkeit, Wut und Elend. Soviel Taubheit und Unmenschlichkeit und niemals aufgelöste Verzweiflung, die uns und unsere Welt zugrunde richtet, weil wir das Wichtigste verlernt haben: unsere Gefühle auszudrücken und sie immer – auch bei anderen – anzunehmen und auszusprechen.

„Lebendig werden!“ – ein schöner Artikel von Birgit Assel über die Rückeroberung unserer Gefühle. Denn ohne sie finden wir weder Frieden noch Liebe. Und mit uns auch der Rest der Welt nicht.

“ Viele Menschen tragen unterdrückte Wut mit sich herum, weil sie früh lernten, dass dieses Gefühl unerwünscht ist, sie sogar als Kinder in Gefahr brachte. Diese unterdrückte Wutkraft – ja, Wut ist eine Kraft, die wir im Leben brauchen – trennt uns von unseren Gefühlen. Wir wissen dann nicht mehr, wann wir unsere Wut wirklich als Kraft brauchen, um uns selbst oder andere zu schützen, sondern sie bricht sich Bahn, wenn wir uns von den Gefühlen andere Menschen bedroht fühlen. Doch Gefühle sind niemals bedrohlich, es sind die Taten und die Handlungen von Menschen, die für uns eine Gefahr bedeuten können. „

“ Wenn meine Gefühle gesehen und ernstgenommen werden, dann weiß ich, wann ich Angst fühle, wann ich Wut fühle, wann ich Liebe fühle und wann ich Traurigkeit fühle. Bin ich in einem Umfeld aufgewachsen und erzogen worden, in dem Angst und Wut unerwünschte Gefühle waren, dann habe ich auch keinen Zugang zu meinen Gefühlen der Liebe und der Traurigkeit. Aus Traurigkeit wird Angst und aus Liebe Wut. „

“ Menschen sprechen meist nicht über ihre Gefühle, weil sie das nicht gelernt haben, sondern agieren sie blind aus. Wenn ein Chef seine Angestellten anbrüllt, ihnen droht, dann verbirgt sich dahinter auch oft Wut und Angst. Wenn ich wütend bin, dann muss ich nicht losbrüllen, sondern kann sagen, was mich wütend macht. Wenn ich Angst habe, muss ich andere Menschen nicht heruntermachen, sondern kann mit ihnen über meine Angst sprechen. Wenn ich hier von Angst schreibe, meine ich damit existentielle Angst. Existentielle Angst ist eine innere Not, begleitet von Ohnmachts- und Hilflosigkeitsgefühlen. Diese Angst ist in der Regel kein Gefühl, das in die Gegenwart gehört, sondern in unsere Kindheit.

Steff Huber

Paar- und Sexualtherapeut, Life-Coach, Heilpraktiker Bereich Psychotherapie und dokumentarischer Filmemacher. Mehr wahre Freiheit für alle Menschen ist mein Ziel, Befreiung das Mittel, ein Leben frei von eingebildeten und selbstauferlegten Mängeln meine Vision. Egal wie unfrei die Umstände erscheinen mögen, denn nur mit innerer Freiheit können sie zum besseren verändert werden.
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